H. Eckert et al.: Beeinflussung der fetalen Lungenreife durch Kortikoide

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zur Zeit die Tokometrie die meiste Verwendung. Hinzu kommen noch die van Jung eingeffihrte Messung der Rheobase und als biochemischer Parameter der Progesteronspiegel im Plasma. Im folgenden werden die Ergebnisse der Tokometrie, der Rheabasemessung und der Plasma-Progesteronbestimmung in einem narmalen Kollektiv mit den Werten bei pathologischem Schwangerschaftsverlauf verglichen. Im Gegensatz zur Frfihschwangerschaft bietet die Bestimmung des PlasmaProgesteronspiegels im sp~teren Verlauf der Schwangerschaff keinen Anhal[ ffir das Einsetzen einer Frfihgeburt. Die Wertigkeit der Tokometrie zur Erkennung einer Frfihgeburtsbestrebung wird zur Zeit sicher fibersch~itzt. Bei der Beurteilung der Rheobase mul~ gesagt werden, dab bisher wenig Erfahrung mit dieser paraklinischen Methode vorliegt. Nach unserer Untersuchung sc~heint, da/~ van allen hier untersuchten Methoden die Rheobase die beste Korrelation zur Frfihgeburt aufweist. Unter Zugrundelegung unserer Ergebnisse kann zur Rheobase-Bestimmung folgende Aussage gemacht werden: 1. Die Erkennungswahrscheinlichkeit einer Frfihgeburtsbestrebung betr~gt 53o/0. 2. Die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Frfihgebnrt bei Rheobase-Werten unterhalb der kritischen Grenze van 4 Milliampere betr~gt bei einmaliger Messung 23~ und steigt bei wiederholten Messungen auf 47~ 3. Die AusschluBwahrscheinlichkeit einer Frfihgeburt bei Rheobase-Werten oberhalb der 4-Milliampere-Grenze betr~gt 87,7~ Das bedeutet, dal~ bei Rheobase-Werten fiber 4 Milliampere in 12,3% eine Frfihgeburt resultiert.

95. Herr H. Eckert, Frau R. Gerner, Herren J. Schulz, K. Wernicke, v. LSwenich und E. Halberstadt (Zentrum der Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Zentrum tier Kinderheilkunde der Universit~it Frankfurt a. M.): Beeinflussung der fetalen Lungenreife durch Kortikoide. Im Zusammenhang mit der fetalen Lungenreife und dem Hyaline-MembranSyndrom soll die BeeinfluBbarkeit des Lezithingehaltes dutch Kortikoidgabe an die Mutter fiberprfift und zus~tzlich die Wirksamkeit der Kortikoidprophylaxe ffir Frfihgeborene ermittelt werden. Bei 42 Schwangeren, die im letzten Trimenon mit Frfihgeburtsneigung zur station~iren Aufnahme kamen, ffihrten wir eine dreit~gige Prophylaxe des Membransyndroms mit Decortilen dutch. Ein Vergleichskollektiv (n = 30) wurde nicht behandelt. Im Fruchtwasser wurden Lezithin und - als biologischer Vergleichsparameter - Kreatinin bestimmt. Es zeigt sich bei der mit Decortilen behandelten Gruppe ein signifikanter Anstieg des Phospholipid- bzw. Lezithingehaltes, und zwar um so mehr, je welter die Schwangerschai~ fortgeschritten ist. Vor der 32. Schwangerschaftswoche ist nicht mit einem Lezithinanstieg zu rechnen. Bei einer unbehandelten Vergleichsgruppe steigt das Lezithin innerhalb van drei Tagen nicht an. Der Kreatiningehalt verbleibt in allen F~illen im normalen Bereich.

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H. Eckert et al.: Beeinflussung d e r f e t a l e n L u n g e n r e i f e durch Kortikoide LEZITHIN im Fruchtwasser rag% 20181614- ohne KORTISON 12" (n= 30) 108~

2SSW 25-32 rag% 24[] 2220- [ ] 18161412108642-

33-36

37-z,1

1. Amniozentese 2. Amniozentese (nach 3 Tagen)

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p

[Influence of corticoids on fetal lung maturity].

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