Schaukasten

Fortschr. Röntgenstr. 129, 5

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SCHAUKASTEN Fortschr. Rontgenstr. 129, S (¡978) 641-642

Von R. Günther und H. Brünner 2 Abbildungen Institut (tir Klinische Strahlenkunde (Direktor: Prof. Dr. 1.. Diethelrn) und Chirurgische Klinik (Direktor: Prof. Dr. F. Kümmerle)

Nichtoperative therapeutische Eingriffe im Bereich der Gallenwege sind mit Hilfe der angiographischen Kathetertechnik durchführbar.

Leger und Mitarbeiter machten bereits 1932 von der perkutanen Gallenwegsdrainage Gebrauch, die seither nur in begrenztem Umfang

genutzt wurde (1-7). Molnar und Stockum (1974) ergänzten die externe Gallenwegsdekompression durch die interne Splintung mit innerer Gallenableitung. Die folgende Kasuistik zeigt die Bedeutung der perkurancn Gallenwegsdrainage als nichroperative Maßnahme in einem desperaten Fall, bei dem nach mehrmaligen Rezidiveingriffen eine unmittelbare chirurgische Reintervention äußerst riskant gewesen wäre. Gleichzeitig wird

die Benutzung der Feinnadeltechnik zur Durchführung der Gallen-

der Gallenwege erfolgte die Insertion eines ultradünnen Fiihrungsdrahtes (Durchmesser 0,2 mm), anschließend nach Entfernung der Punktionsnadel die Einfuhrung einer Katheternadel mit Teflonhijile (Außendurchmesser 1,1 mm). In einem zweiten Schritt ließ sich mit Hilfe eines flexiblen Fuhrungsdrahtes )Außendurchmesser 0,46 mm) eine dickerlumige Teflonhülle )Außendurchmesser 1,4 mm) in das Gallengangssystem vorschieben. Schließlich wurde als letzter Schritt mit Hilfe eines 0,9 mm starken J-Fiihrungsdrahtes der endgültige F5-Drainagekatheter aus Polyäthylen eingeführt.

Kasuistik

wegsdrainage beschrieben und die Möglichkeit der perkutanen Sondierung als intraoperative Rekonstruktionshilfe vorgestellt.

Eine 23lahrige Patientin wurde in einem auswärtigen Krankenhaus cholezystektomiert. 3 Wochen danach erfolgt die Relaparatomie wegen eines auftretenden Ikterus. 24 Stunden nach dieser Operation

Technik

wurde die Patientin wegen eines akuten Abdomens in die hiesige Klinik verlegt und nochmals laparatomiert. Dabei wurde eine operative Un-

Zur perkutanen Gallenwegsdarstellung wurde eine 14 cm lange Feinnadel von 0,5 mm Außendurchmesser benutzt. Nach Kontrastierung

terbindting der A. hepatica dextra festgestellt. Der Ductus hepaticus dexter und sinister wiesen extrem schwielige Narbenbildungen mit

Abb. 1

Selektive perkutane Drainage

des verschlossenen Ductus hepaticus dexter und sinister.

0340-1618/78

1132-0641

$05.00

© 1978

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Perkutane selektive Gallenwegsdrainage und intraoperative perkutane Sondierung zur Gallenwegsrekonstruktion

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Fortschr. Röntgenstr. 129, 5

Bilirubn mg %

Herausziehen des Katheters aus dem linken Ductus hepaticus eine erneute Revision mit Rekonstruktion der ableitenden Gallenwege ins

I 0.bepat. sin.

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Auge gefal(t wurde. Wegen der Unübersichtlichkeit des Operationsfeldes wurde intraoperariv perkutan der Ductus hepaticus dexter mit einem Fuhrungsdraht penetriert. Nach Vorschiehen in das Operationsgebiet diente der Füh-

D.bepct. dext.

rungsdraht anschliegend als Leitschiene fur die Präparation. Eine anatomiegerechte Rekonstruktion der ableitenden Gallenwege war nicht möglich. Daher wurde cine biliodigesnve Anastomose nach

lo

Longrnire angelegt. Der weitere postoperative Verlauf war komplika-

tionslos. Die Patientin wurde 6 Wochen nach dem letzten Eingriff 2

1

21

3.

25

30

39

49

5GTage

Abb. 2 Verhalten des Serumbilirubins vor und nach perkutaner Drainage des Ductus hepaticus dexter und sinister.

Literatur I) Burcharth. F. New endoprothesis for nonoperative nrubation of hi liarv tract in m.d ignant obstructive launch ce. Surg. Gvn. Obstet. 146 (1978)

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Hoevels, .. A. Lu nderqu ist, I. lhse

Abnähungen auf. Wegen des schlechten Zustandes der Patientin verzichtete man zunächst auf eine Rekonstruktion der Gallenwege. 2 Tage nach diesem 3. operativen Eingriff stieg das Gesamtbilirubin von 9,6 auf 19,7 mg% an. Die nun durchgeführte Feinnadelcholangiographie zeigte sowohl einen VerschIu des Ductus hepaticus dexter als auch sinister oberhalb des Konfluenz. Eine nochmalige operative Rein tervention hätte ein stark erhöhtes Operationsrisiko bedeutet. Aus diesem Grund erfolgte die selektive Drainage zunächst des linken Ductus hepaticus und in einer zweiten Sitzung die des rechten Ductus mit Hilfe eines F5-Polyäthylenkatheters (Abb. l(. Eine Blutung zwang am 28. Tag zu einer vierten Laparotomie. Nach der selektiven Drainage fiel das Biliruhin schnell ab (Abb. 2). 5 Wochen spa ter hatte sich der Zustand der Patientin derart gebessert, daf( nach unabsichtlichem

Percutaneous transhepatic intubation of bile ducts for combined internal external drainage in preoperative and p.i Iliative treatment of obstructive jaundice. Gastrointest. Radiol. 3 (1978) 23

Leger, L., M. Zara, Arvav (Aolangiographie et drainage hilaire par ponction transhépatique. Presse méd. 60 (1952) 936

Molnar, W., A. E. Stockum: Relief

of obstructive jaundice through per cutaneous rranshepatic catheter - a new therapeutic method. Amer. j. Roentgenol. 122 (1974) 356 Nakayaina, T., A. Ikeda, K. Okuda: I'ercutaneous transhepatic drainage of the biliary tract. Technique and results in 104 cases. Gastroenterology 74 (1978) 554 Takada, T., Y. Uchida, H. Yasuda, S. Kohayashi, S. Sakakibira, F. Hanyu: Conversion of percutaneous transhe-

patic cholangio-drainage to internal drainage in obstructive jaundice. jap. j. Surg. 7(1977)10

Dr. R. Günther Institut für Klinische Strahienkunde der Universität Langenheckstrae I 6500 Mainz

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t

entlassen.

L+.Op.

[Percutaneous selective bile duct drainage and intra-operative percutaneous probing for reconstruction of biliary ducts].

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